1984 brachte die amerikanische Softwareschmiede INFOCOM ein Adventure zum Thema Anhalter heraus. Douglas Adams schrieb
das Script, welches auf dem ersten Band der Anhalter-Trilogie basiert, zusammen mit Steve Meretzky. "The Hitchhiker's
Guide to the Galaxy" ist das wohl schrägste Adventure, was jemals von INFOCOM produziert wurde - und jeder, der damals
versucht hat, den Babelfisch zu fangen, weiß wovon ich rede!!! Allerdings hilft es sehr, die Buchvorlage zu kennen oder
zu wissen, wo man die LÖSUNG finden kann.
Die Adventures von INFOCOM waren schon immer für ihre Beilagen, "Feelies" genannt, bekannt. Sie waren der beste
Kopierschutz in den 80'ern, denn erstens enthielten sie oft Hinweise für den späteren Spielverlauf und zweitens schufen
sie eine einmalige Atmosphäre. Of es sich nun um einen Stein handelte, der im Dunklen leuchtete ("Wishbringer") oder
die "Sens-O-Matic" Brille von Zaphod, die sich bei Gefahr verdunkelte (und - nebenbei gesagt - aus 100% schwarzem Karton
ohne Augenlöcher bestand).
Nach dem großen Erfolg von "Hitchhiker" arbeitete Adams noch einmal mit dem Team von INFOCOM zusammen und schuf
"Bureaucracy", dessen Titel wohl alles über den Inhalt aussagt. Es basierte auf persönlichen Erfahrungen von Douglas
Adams, der damals innerhalb von London umgezogen war, seine Adressenänderung allen (Freunden, seiner Bank, den Behörden)
brav mitgeteilt hatte und daraufhin fast wahnsinnig geworden war. Seine Kreditkarte war für ungültig erklärt worden
und eine neue war natürlich an seine alte Adresse unterwegs, wo er ja nicht mehr wohnte. Er sprach mit vielen
Bankangestellten, füllte Unmengen an Formularen aus, beantragte eine neue Kreditkarte und erreichte damit NICHTS!
Wie frustrierend das gewesen sein mußte, konnte jeder Spieler nachvollziehen, denn dem Adventure lag dieses Mal
unter anderem ein FORMULAR bei (ich bitte, die schlechte Qualität des Scans
zu entschuldigen, aber der Zettel ist über 15 Jahre alt!) und das Programm meckerte gleich beim Start, daß
es sich um eine Raubkopie handeln würde, der Spieler es aber weiterbenützen könnte, wenn er ein Lizenzformular am
Rechner ausfüllen würde, in dem so interessante Sachen erfragt wurden wie Name, Adresse, Namen der letzten
Freundinnen/Freunde, die am meisten gehaßte Farbe sowie den vorletzten Arbeitgeber.
Leider existiert die Firma INFOCOM heutzutage nicht mehr und nur noch der Name wird als Label von Activision
weitergeführt. INFOCOM hatte damals versucht, eine Datenbank namens "Cornerstone" zu schreiben und sich damit
finanziell vollkommen überhoben. Der zunehmende Marktanteil der Graphik-Adventures und der daraus resultierende Tod
der Textadventures taten ein übriges.
Wer heutzutage noch eines der legendären Adventures spielen will, der sollte sich nach einem Software-Paket von
Activision umsehen mit dem Titel "The Lost Treasures of Infocom (Volume 1 & 2)" oder einschlägige Seiten im Internet
durchsuchen, um z.B. mit Hilfe eines Commodore 64 Emulators die Originale zu spielen.
|